16:00 Uhr | Jan Willem Stutje: Ernest Mandel (1923-1995)
Rebell zwischen Traum und Tat

Ernest Mandel war ein unorthodoxer marxistischer Theoretiker, ein radikaler Politiker und bekennender Trotzkist, der großen internationalen Einfluss auf die "68er-Generation" ausübte. Mandel war aber auch ein beachteter Wissenschaftler. Seine umfangreichen Studien "Marxistische Wirtschaftstheorie" und "Der Spätkapitalismus" gehören zu den meist gelesenen Texten des westlichen Marxismus. Jan Willem Stutje erhielt als erster Zugang zu den Mandel-Archiven. Er gewann zudem aus Interviews mit zahlreichen Zeitgenossen eine Menge fesselnder und zuweilen bestürzender Fakten. Ihm gelang eine Verbindung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Ernest Mandel. Der Autor stellt seine soeben in deutsch erschienene
Biografie vor. | VSA: Verlag
Ebenfalls am Mittwoch, den 14. Oktober 2009, diskutiert Jan Willem Stutje
ab 19:30 Uhr im Club Voltaire (Kleine Hochstraße 5, Nähe Alte Oper / Fressgass) über seine Biografie auf einer gemeinsamen Veranstaltung von Club Voltaire, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen, dem europäischen Netzwerk transform! europe und dem VSA: Verlag.
13:00 Uhr | Neues Deutschland: "Zwischen den Zeilen"

Am 23. April 1946 erscheint in Berlin die erste Ausgabe der Tageszeitung "Neues Deutschland". Tags zuvor war der Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED zu Ende gegangen, deren Zentralorgan – später Organ des Zentralkomitees der SED – das ND bis zum Dezember 1989 blieb. Das ND hat die Wende überstanden und seit 1990 arbeitet die Redaktion ohne redaktionelle Einflussnahme der Eigentümer. Trotz eines erheblichen Auflageverlustes, gravierender Personalkürzungen und existenzieller Auseinandersetzungen mit der Treuhand-Gesellschaft, die das ND zu Beginn der 90er Jahre finanziell zu liquidieren versuchte, konnte die Zeitung sich behaupten. Olaf Koppe, der Geschäftsführer der Sozialistischen Tageszeitung, und Jörn Schütrumpf (dietz berlin) im Gespräch über das Auf und Ab einer linken Tageszeitung in den vergangenen 60 Jahren. | Neues Deutschland
14:00 Uhr | Kerstin und Gunnar Decker:
Über die unentwickelte Kunst, ungeteilt zu erben

Ein deutsch-deutsches Geschichtenbuch. Ein deutsch-deutsches Geschichtsbuch. Ein Gegenwartsbuch. Ein Vergangenheitsbuch. Ein Die-Gegenwart-in-der-Vergangenheit-Buch. Eine Deutschstunde: Und immer wieder, immer wieder neu, machen die Autoren und Biografen Gunnar und Kerstin Decker (Tagesspiegel, taz) dieselbe Erfahrung: Ohne dass dieses Land auch die DDR-Geschichte als ihre eigene annimmt, wird die Einheitsnarbe nicht heilen, bleiben wir dümmer, als wir eigentlich sind. Doch gerade im 20. Jahr des Mauerfalls, im 60. Jahr der Bundesrepublik, scheint nichts unpopulärer zu sein, als die Kunst ungeteilt zu erben. | dietz berlin
15:00 Uhr | Renate Dillmann: Sonderfall CHINA
Eine kommunistisch regierte Bauernnation steigt zur Weltmacht auf

Wir haben es – so die These der Autorin – bei China, dem Gastland der diesjährigen Buchmesse, mit einem sozialistischen Gegenentwurf, seinen Fehlern sowie zugleich mit der Geburt einer kapitalistischen Klassengesellschaft zu tun. Renate Dillmann geht der Frage nach, wie die 30 Jahre Aufbau des Sozialismus und die 30 Jahre Aufbau des Kapitalismus eigentlich zusammenpassen, die in China unter derselben KP-Führung auf die Tagesordnung gesetzt und durchgezogen wurden. Wo ist der rote oder weniger rote Faden? Renate Dillmann präsentiert ihr
Buch zu 60 Jahren Volksrepublik China. | VSA: Verlag
Am Abend zuvor, also am
Mittwoch, den 14.10., lädt die politische Vierteljahreszeitschrift "Gegenstandpunkt" zu einer Diskussionsveranstaltung mit der Autorin ein. Sie wird
ab 19:00 Uhr im Frankfurter Gewerkschaftshaus (Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77, Eingang über den Hof) zum Thema "60 Jahre Volksrepublik China: Mao und seine Erben auf ihrem langen Marsch zur Weltmacht" referieren. Der Eintritt ist frei.
16:00 Uhr | Karl Heinz Roth: Die globale Krise

Karl Heinz Roth setzt sich im
ersten Band seines neuen Buchprojekts mit der globalen Krise auseinander. In den vergangenen zwei Jahren weitete sich die Finanzkrise zur kapitalistischen Systemkrise aus. Wird die Systemkrise wie die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre in eine lang anhaltende Depression umschlagen? Und sind dann so katastrophale Folgen wie damals in Reichweite? Diesen Fragen stellt sich der Autor und gibt einen Ausblick auf den zweiten Band, in dem er die Perspektive umkehren und zeigen wird, dass aus der Systemkrise ein vielschichtiges Multiversum der Unterklassen hervorgeht, das in der Lage sein könnte, auf das Krisenmanagement der herrschenden Eliten selbstbestimmt zu antworten. | VSA: Verlag
Am Donnerstag abend diskutiert Karl Heinz Roth dann
ab 19:00 Uhr im Café KoZ des Studierendenhauses Merton- Ecke Jügelstraße im Frankfurter Westend auf einer gemeinsamen Veranstaltung von VSA:, der Interventionistischen Linken Rhein-Main und dem Asta der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.
17:00 Uhr | Wolfram Adolphi: Mao. Eine Chronik

Das ist ein
Mao-Buch aus der Sicht eines Autors, der in der DDR zum China-Spezialisten wurde und das Auf und Ab des Mao-Bildes sowohl in der realsozialistischen wie auch in der kapitalistischen Welt hautnah erlebte. Gestützt auf jüngste Quellenveröffentlichungen zur Geschichte der Beziehungen Komintern-China und in kritischer Auseinandersetzung mit der reich vorhandenen Literatur liefert er neue Einsichten in den Zusammenhang zwischen Maos einzigartigem, durch revolutionäre Gewalt geprägten Lebensweg und dem Aufstieg Chinas zur neuen Weltmacht.
| Neues Deutschland in Kooperation mit dem Verlag Neues Leben in der Eulenspiegel Verlagsgruppe.
13:00 Uhr | Franz-Josef Möllenberg/Armin Paasch/Armin Laschet:
Globale Hungerkrise

Der Welternährungs- oder Welthungertag findet jedes Jahr am 16. Oktober (dem Tag, an dem 1945 die FAO als Sonderorganisation der UNO gegründet wurde) statt und soll darauf aufmerksam machen, dass weltweit viele Millionen Menschen an Hunger leiden. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
Franz-Josef Möllenberg gibt gemeinsam mit Michael Bergstreser und Gerd Pohl (ebenfalls NGG) den Band
Globale Hungerkrise heraus, der am 16. Oktober 2009 auf der Buchmesse vorgestellt wird. Gemeinsam mit
Armin Paasch (FIAN) und
Armin Laschet (Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen – angefragt) diskutiert der NGG-Vorsitzende auf dem Stand der
FRANKFURTER RUNDSCHAU (Halle 3.0, Stand B 157) über das "Menschenrecht auf Nahrung". Moderieren wird
Tobias Schwab aus der FR-Wirtschaftsredaktion. | VSA: Verlag | FRANKFURTER RUNDSCHAU
13:00 Uhr | O. Gerlach, M. Hahn, S. Kalmring, D. Kumitz, A. Nowak:
Globale Solidarität und linke Politik in Lateinamerika

Internationale Solidarität - darin klingt das universalistische Projekt der Linken an, Emanzipation und gleiche Rechte, Freiheit und Auskommen für alle Menschen, weltweit. So heterogen das linke Spektrum auch sein mag, einen internationalen Anspruch haben sie doch fast alle; wie könnte das auch anders sein? Hoffnungen auf grundlegende Veränderungen keimten bei weiten Teilen der bundesdeutschen Linken seit Mitte der 1990er Jahre wieder auf, als 1994 eine Revolution im lakandonischen Urwald ausgerufen wurde und in den folgenden Jahren nach Jahrzehnten neoliberaler Politik immer mehr linke Regierungen in Lateinamerika an die Macht kamen, in Venezuela gar ein Sozialismus des 21. Jahrhunderts ausgerufen wurde. Hatte schon lange eine gewisse Faszination die Linke in Deutschland für die sozialistischen Bestrebungen in Ländern Lateinamerikas begleitet, so schienen sich diese nun zu erfüllen. | Rosa-Luxemburg-Stiftung
14:00 Uhr | Klaus Ahlheim: Kritische Beiträge zur Bildungswissenschaft

Prof. Dr. Klaus Ahlheim, geb. 1942, lehrte zuletzt politische Erwachsenenbildung an der Universität Duisburg-Essen. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Grundfragen und zur Wirkung politischer Erwachsenenbildung, empirische, theoretische und didaktische Arbeiten zu den Themen Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und zur Gedenkstättenarbeit. Klaus Ahlheim stellt mit seinem Buch "Erinnern und Aufklären. Interventionen zur historisch-politischen Bildung" die neue Reihe "Kritische Beiträge zur Bildungswissenschaft" vor. | Offizin Verlag
15:00 Uhr | Wolfgang Fritz Haug: 50 Jahre ARGUMENT
Kritischer Geist und verlegerische Praxis seit 1959

"Das Argument" liefert seit 50 Jahren Analysen und Diskussion zu Kernthemen linker Gesellschaftskritik. Rings um die Zeitschrift entstanden weitere Facetten der Verlagsarbeit: Bei Argument geht es um Erneuerung linker Theorie, konkret um kritisch-pluralen Marxismus, Feminismus, politische Bildung, Kritische Psychologie und Medizin sowie populäres Sachbuch; die "Ariadne Krimis" spiegeln die Gewalt der Wirklichkeit literarisch. Doch der rote Faden ist "Das Argument", das sich beständig erneuert und reflektierend Maßstäbe setzt für Wirken und Aufgaben linker Intellektueller. Wolfgang Fritz Haug steht Rede und Antwort zu 50 Jahren publizistischer Tätigkeit nach dem Motto: "Mi-en-leh sagte: Man muss so radikal sein wie die Wirklichkeit." (Bert Brecht) | Argument Verlag
16:00 Uhr | Leander Sukov: Homo Clausus: Zur Systematik einer kurzen
Novelle über Individualität als gesellschaftliche Krankheit

Sukovs Mann ohne Namen hat sich selbst verloren. Unfähig zu kommunizieren und zu lieben geistert er seinem eigenen Ich hinterher. Von Berlin über Athen, Leipzig, Hamburg und Prag versucht er aus der Burg zu entkommen, die er mit sich schleppt und in der er gefangen ist. Homo Clausus ist sozusagen ein soziologisches Krankheitsbild. Im Gespräch über Sprache und Inhalt: Simone Barrientos Krauss. Mit einer Lesung aus Homo Clausus. | Verlag KULTURMASCHINEN
ab 17:00 Uhr | "Wer nicht feiern kann, braucht auch nicht zu kämpfen!"
Standfete

Die
AUF DEM ROTEN TEPPICH vertretenen Verlage, Zeitschriften, Tageszeitungen und Stiftungen laden AutorInnen, VertreterInnen von Presse, Funk & Fernsehen sowie die KollegInnen der umliegenden Stände bei Sekt & Selters, Wein & Wasser, Lollis & Lakritze ein zu zwanglosen Gesprächen und gegenseitigem Kennenlernen.
13:00 Uhr | Rainer Rilling: LUXEMBURG will Zeit-Schrift sein

LUXEMBURG ist neu. Von Rosa Luxemburg nimmt die Zeitschrift nicht nur den Namen. Sie orientiert sich an ihrer Haltung, dass optimistischer Wille sich mit intellektueller Skepsis verbinden muss. Sie bringt Gesellschaftsanalysen und linke Praxis zusammen und unternimmt die Analysen von einem engagierten Standpunkt aus, in dem das eigene Handeln, die Politik der Linken, immer schon Teil dessen ist, was zu analysieren ist. Und sie orientiert sich an dem Wissen, dass grundlegende gesellschaftliche Veränderungen und Kämpfe um konkrete Verbesserungen nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen.
LUXEMBURG will also Zeit-Schrift sein. Im Mittelpunkt stehen Diskussionen, Strategien und Kämpfe von unten, der sozialen Bewegungen, der Gewerkschaften, der Intellektuellen, der globalen Linken. Rainer Rilling stellt das erste Heft der neuen Zeitschrift vor, die im VSA: Verlag erscheint. | Rosa Luxemburg Stiftung | VSA: Verlag.
14:00 Uhr | Andrea Gabler: Antizipierte Autonomie

Noch bis vor kurzem galt die politische Gruppe um die Zeitschrift "Socialisme ou Barbarie" (1949-1967) in Deutschland als Geheimtip. In Frankreich hingegen war sie längst als wichtige Anregerin der Neuen Linken und des Mai ‘68 anerkannt. Im angespannten Klima des Kalten Krieges zwischen den Apologeten des westlichen Kapitalismus und den Anhängern des Stalinismus entwickelte die linkslibertäre Gruppe um Cornelius Castoriadis, Claude Lefort, Jean-François Lyotard, Henri Simon, Yvon Bourdet, Benno Sarel, Daniel Mothé und andere ihre undogmatischen marxistischen Positionen weiter zur radikalen Kritik am Marxismus selbst.
Dr. Andrea Gabler, Lehrbeauftragte am Seminar für Politikwissenschaft der Universität Göttingen, hat die erste ausführliche deutschsprachige Rekonstruktion der Geschichte von "Socialisme ou Barbarie" geschrieben. | Offizin Verlag
15:00 Uhr | Bohnet Pleitgen: Freitags isst man Fisch

"Nikola Rührmann geht dem Tod eines jungen Mannes nach, um die schöne Julia zu beeindrucken. Forschend durchstreift sie Hamburgs Viertel und Milieus, stößt auf allerlei Ungereimtheiten und legt sich mit der Hamburger Giftmüll-Mafia an..." Der brisante Krimi des Duos Bohnet Pleitgen spielt im Sommer 1989 überall in Hamburg. Spritzig, noir und ein bisschen amourös erfasst er den lebendigen Puls der großen Hafenstadt und ihrer vielfältigen Milieus. Die Schauspielerin und Schriftstellerin Ann-Monika Pleitgen und ihr Sohn, der Physiker Dr. Ilja Bohnet, schrieben "Freitags isst man Fisch" gemeinsam und tragen zusammen daraus vor. | Argument Verlag
16:00 Uhr | Robert Steigerwald: Die Linke und das XXI. Jahrhundert.
Alles verloren oder die Zukunft gewonnen?

Dr. Robert Steigerwald gehört zu den profiliertesten marxistischen Wissenschaftlern im deutschsprachigen Raum. Im Kulturmaschinen Verlag wird ab der Frankfurter Buchmesse in vorläufig drei Bänden eine Werkübersicht Robert Steigerwalds erscheinen. Auf der Buchmesse spricht und diskutiert Robert Steigerwald über die Problemlage der Linken (nicht nur in Deutschland) und die Situation des Marxismus im XXI. Jahrhundert. Es wird ab Beginn der Buchmesse möglich sein, die Bücher zum Subskriptionspreis zu bestellen. | Verlag KULTURMASCHINEN
17:00 Uhr | Karsten Niggemeier: Das ABC des fortgeschrittenen Halbwissens

Der Autor gibt den Legenden um die Erfindung von Glühbirne und Maggi Butter bei. Mit leichter Hand und immer kurzweilig zu lesen, hat Karsten Niggemeier sich mit den Legenden um Erfindungen und Ereignisse, um Zitate und Personen beschäftigt. Mit dem Wissen kann man bei Angebeteten und Schwiegereltern ebenso punkten, wie beim Bier im Anschluß an die nächste Parteisitzung. Ein Buch gegen schiefe Bildungstürme und ebenso für den Abend im oberstudienrätischen Ohrensessel, wie im Bahnabteil zwischen Bonn und Remagen geeignet. | Verlag KULTURMASCHINEN
13:00 Uhr | Stefan Wogawa: Vom Sonnenkind zum Sorgenkind – Dieter Althaus
Die erste kritische Biografie über Auf- und Abstieg eines katholisch-kreationistischen Wendepolitikers. | Neues Deutschland | Greifenverlag Rudolstadt
14:00 Uhr | Simone Barrientos Krauss
"DDR-Autoren" neu aufgelegt - warum?

Zur Reihe mit Literatur aus der DDR äußert sich die Verlegerin Simone Barrientos Krauss im Gespräch. Verloren und abgeschrieben? Ausgeschlossen und ausgegrenzt, aus dem PEN geworfen, wie Erich Köhler? Simone Barrientos Krauss glaubt nicht, dass die Literatur der DDR ihre Existenzberechtigung in der deutschen Literaturgeschichte verloren hat. Mit einer Lesung aus "Erich Köhler: Sture und das deutsche Herz". | Verlag KULTURMASCHINEN
© 2009: Die beteiligten Verlage des Projektes AUF DEM ROTEN TEPPICH